Willkommen in der Konfirmationsstadt

Schwalmstadt (Ziegenhain)
Geburtsstadt der Konfirmation 1539
 

Ziegenhain ist der Geburtsort der Konfirmation

Martin Luther zeigte vor 500 Jahren der Reformation als Theologe die Richtung, Philipp verwirklichte ihr als Politiker und Heerführer zusammen  mit anderen den Weg.

Landgraf Philipp I., genannt der Großmütige , war einer der bedeutendsten Landesfürsten seiner Zeit – sowie einer der politischen Anführer der Reformationsbewegung. 1521 auf dem Reichstag in Worms hatte er seine erste Begegnung mit Martin Luther und schließt sich 1524 dem evangelischen Glauben  an.  Dadurch führte er in der Landgrafschaft Hessen schon früh die Reformation ein und enteignete die Klöster. Deren Vermögen wurde dazu verwendet, Hospitäler für Arme, sowie die erste protestantische Hochschule der Welt, die heutige Philipps-Universität in Marburg, zu gründen.

Noch immer wird die Konfirmation bei den evangelischen Gläubigen weltweit so gefeiert wie es in der „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“ 1539 in Nordhessen erstmals geregelt wurde.

 (…Allen getreuen Hirten und Seelsorgern, auch allen gläubigen und gottesfürchtigen Gemeinden Christi Jesu, unseres Herrn, im Fürstentum Hessen usw. Gnade und Friede von Gott, unserem himmlischen Vater, und unserem Heiland Jesus Christus…)

Landgraf Philipp I hatte im Jahre 1538 in der heftig geführten Streitfrage um Kinder- oder Erwachsenentaufe zu einem Gespräch der gegensätzlichen Parteien nach Ziegenhain eingeladen. Er setzte mit seiner Einladung zum Gespräch ein Zeichen der Toleranz, der geistlichen Weitsicht und Menschenwürde, außerdem setzte er sich dafür ein, dass in Hessen niemand nur wegen seines Glaubens hingerichtet werden sollte. Unter der Leitung des Straßburger Theologen Martin Bucer wurde schließlich 1539 in Ziegenhain eine Gemeinde- und Kirchenordnung verfasst, in der man festlegte, dass Kinder systematisch im Katechismus unterrichtet werden sollten, ehe man sie konfirmierte und damit zum Abendmahl zuließ.

Dies war die Grundlage für die evangelisch / lutherischen Kirchen in Hessen. Um die Jugendlichen in der christlichen Lehre zu unterrichten, mussten sie lesen und schreiben können. Dadurch entstanden landesweit Schulen, die die Kinder entsprechend unterrichteten und als Abschluss wurde die Konfirmation gefeiert.

Aus diesem Grund durften sich 1699 im Raum Treysa 100 Hugenottenfamilien ansiedeln. Sie gründeten 1701 den Ort Frankenhain und behielten lange Zeit die französische Sprache bei. In besonderer Weise befruchteten sie das kirchliche Leben.

Anlässlich des Jubiläum „475 Jahre Konfirmation“ hat der Evangelische Kirchenkreis Ziegenhain einen eigenen Pilgerweg eingerichtet. Der 21 Kilometer lange „Katechismuspfad“ verbindet fünf Kirchengemeinden, die zu jeweils einem der fünf Themen des lutherischen Katechismus unterschiedliche Angebote wie Hörspiele, Bilder und Aktionen bereithalten. Die Katechismusthemen der einzelnen Orte sind das Abendmahl in Treysa, das Vaterunser in Loshausen, die zehn Gebote in Trutzhain, die Taufe in Niedergrenzebach sowie das Glaubensbekenntnis in Ziegenhain.

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Prälatin i.R. Marita Natt, Reinhard Otto, Staatssekretär Mark Weinmeister, Burkhard Walz, Karsten Schenk, Stefan Pinhard, Dekan Christian Wachter, Pfarrer Ingo Fulda. (v.l.)